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RDG Exploration & Förderung

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Rohstoff Erdöl

Der Rohstoff Erdöl ist in vielen Bereichen unverzichtbar: Nach wie vor als Treibstoff – denn weltweit sind gleichzeitig rd. 8.000 Flugzeuge in der Luft und rd. 80.000 Transportschiffe auf hoher See unterwegs.
Darüber hinaus aber hat Erdöl eine herausragende Bedeutung v.a. als Ausgangsstoff für die chemische Industrie. Für über 90 % der chemischen Erzeugnisse wie Kunststoffe, Waschmittel, Kosmetika oder Dünger ist Erdöl ein wertvoller und unverzichtbarer Grundstoff.

Beide fossile Energieträger – Erdöl und Erdgas – sind und bleiben das Rückgrat der Energieversorgung weltweit. Reserven gibt es genug, denn die weltweiten Erdöl- und Erdgasvorkommen waren noch nie so groß wie jetzt. Durch bessere Erkenntnisse über die Lagerstätten und modernste Technik ist es heute möglich, Lagerstätten zu nutzen, die bislang nicht wirtschaftlich förderbar waren. Ist man 1960 noch von 30 Milliarden Tonnen Erdölreserven und 38 Jahren Reichweite ausgegangen, so betragen die weltweit gesicherten Erdölreserven heute trotz stark gestiegenen Verbrauchs 234 Milliarden Tonnen bei 54 Jahren Reichweite.

Erdöl – Begleiter und Baustein der Energiewende

Die langfristige Zukunft der Energieversorgung liegt in den regenerativen Energien, in Solar-, Wind- und Wasserkraft. Doch um dieses Ziel zu erreichen, gilt es, alle vorhandenen Ressourcen intelligent zu nutzen. Gleichzeitig ist es das Ziel, eine dezentrale Energieversorgung aufzubauen, bei der heimische Energie direkt in der jeweiligen Region genutzt wird – für mehr Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Energieexportländern. Heimisches Erdöl spielt dabei eine wichtige Rolle und ist ein zuverlässiger Begleiter auf dem Weg in ein neues Energie-Zeitalter.

Moderneste Fördertechniken nach dem REEM-Prinzip erlauben es, Erdöl-Lagerstätten effizient und mit minimalem Eingriff in die Landschaft zu fördern. Die technologischen Fortschritte gewährleisten, dass der bewährte Energieträger den Weg in die Energiezukunft ebnet. Erdöl ist auch der meistgenutzte und vielfältigste Rohstoff in der chemischen Industrie, der Grundstoff für Produkte und Technologien, die unsere Alltagswelt beherrschen. Dazu zählen auch Technologien, die über den Erfolg der Energiezukunft mit entscheiden, z.B. Solarzellen und Windräder. Die Förderung von Erdöl und Erdgas ist eine wichtige Säule, um tragfähige technologische Alternativen für die Energiezukunft zu entwickeln.

Erdöl wird in Schlüsseltechnologien der Energiewende genutzt. In Dämmungen für Kraftwerke und Pipelines, in Solarzellen und in Windkraftanlagen. Eine Windkraftanlage besteht zu zirka 45 Prozent aus Erdöl und Produkten der petrochemischen Industrie. Und ohne geeignete Schmierstoffe würden die Flügel stillstehen. 500 bis 600 Liter hochwertigen Schmieröls benötigt eine Windkraftanlage jährlich, um in Bewegung zu bleiben. Darüber hinaus eignen sich ehemalige Erdgas- und Erdölbohrungen vielfach als Basis für die Nutzung von Erdwärme. In die nicht mehr aktiven Bohrlöcher werden Tiefe Erdwärmesonden eingebracht. Mithilfe dieser wird die Wärme aus den tieferen Erdschichten an die Oberfläche gebracht, indem Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. Dadurch wird schon heute in vielen deutschen Regionen Erdwärme für die Wärmeversorgung von Privathäusern oder von Thermalbädern eingesetzt. 

Heimische Erdölförderung – ein zentraler Wirtschaftsfaktor

Die inländische Produktion von 2,4 Millionen Tonnen Erdöl im Jahr 2014 deckte 2,7 Prozent des heimischen Erdöl-Bedarfs. Neben den Importen sorgt die inländische Förderung für Versorgungssicherheit. Denn bis ins Jahr 2035, schätzen Experten, wird weiterhin die Hälfte des weltweiten Energiebedarfs durch die Rohstoffe Erdöl und Erdgas gedeckt. Hierzulande profitieren Verbraucher, Länder, Kommunen und ansässige Industrieunternehmen von der Förderung.

Die in Deutschland tätigen Öl- und Gasunternehmen sind ein wichtiger Arbeitgeber und lokaler Wirtschaftsfaktor, 10.085 Beschäftige waren im Jahr 2013 in den E&P-Unternehmen (Exploration & Produktion) tätig, so viele wie noch nie.

Die Erdöllagerstätten in den Aufsuchungsgebieten der RDG sind im internationalen Vergleich klein und erfordern den Einsatz innovativer technischer Verfahren, um das vorhandene Erdöl überhaupt nutzen zu können. Durch den Einsatz von 3D-Seismik gelingt es immer wieder neue Felder zu finden und zu erschließen. Die Rohölproduktion kann so auch noch für weitere Jahrzehnte gesichert werden.

Fördertechniken von Erdöl: verschiedene Verfahren je nach Förderphase

Nach Beendigung der Bohrphase wird das Bohrloch (Sonde) durch den Einbau eines Filterrohres (Casing) und eines Steigrohres (Tubing) im Bereich der Lagerstätte weiter ausgerüstet. In der ersten Phase fließt das Erdöl im Idealfall aufgrund des natürlichen Lagerstättendrucks und des Gasgehalts selbsttätig zur Sonde und gelangt so von selbst an die Erdoberfläche. Sinkt der Druck, ist der Einsatz zusätzlicher Techniken wie etwa des Gasliftverfahrens erforderlich, bei dem verdichtetes Gas in den Förderstrang eingepresst wird, woraufhin das aufwärtssteigende Gas das Gewicht der Flüssigkeitssäule vermindert und die Sonde weiterhin selbstständig fördern kann. Nach dieser sogenannten Eruptivphase werden abhängig von den Eigenschaften des Erdöls, seinem Gehalt an Erdölgas und den jeweiligen Druckverhältnissen unterschiedliche Pumptechniken eingesetzt. Bei geringem Gasgehalt des Erdöls und sinkenden Druckverhältnissen übernehmen in die Sonde eingebaute Tiefpumpen den Transport. An der Erdoberfläche ist nur der Antrieb, der typische Pferdekopf, zu sehen. Bei hohen Förderraten werden elektrische Tauchkreiselpumpen in die Sonde eingebaut.

Aufbereitung – Trennung von Gas, Öl und Wasser

Das gewonnene Erdöl ist für die Weiterverarbeitung in Raffinerien noch nicht geeignet. Verschiedene Prozesse sind erforderlich, um es auf den Transport vorzubereiten. Unter günstigen Umständen,  kann eine primäre Entölung von über 50 Prozent erreicht werden. Bei mangelndem Lagerstättendruck oder Zähflüssigkeit des Erdöls liegen die primären Entölungsgrade dagegen nur bei fünf bis 15 Prozent des ursprünglichen Lagerstätteninhaltes. Nach der Förderung wird das Rohöl in speziellen Aufbereitungsanlagen (Separatoren, Abscheidern, Produktionstanks) von Lagerstättenwasser und Sand befreit. in Tanks gesammelt und per Bahn, LKW oder Pipeline zur Raffinerie transportiert. Das abgeschiedene Wasser wird wieder dahin zurückgepumpt, wo es herkommt: in die Lagerstätte.

Derzeit bleiben speziell bei der Ölförderung etwa 60 Prozent der Vorkommen in der Lagerstätte. Für die Zukunft forscht die RDG an Methoden, den Entölungsgrad der Lagerstätten weiter zu steigern und somit heimisches Rohöl auch noch für viele Jahrzehnte als wichtigen Rohstoff verfügbar zu machen.